Wer heutzutage den Notruf 112 wählt, kann davon ausgehen, dass ihm innerhalb kürzester Zeit geholfen wird. Dabei ist es völlig unerheblich, ob medizinische oder technische Hilfe verlangt oder ein Schadenfeuer zu bekämpfen ist. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst stehen 24 Stunden, 7 Tage in der Woche parat. So auch in Mettmann. Für viele ein selbstverständlicher Standard – doch das war sicherlich nicht immer so:

Dem Archiv der Stadt Mettmann ist zu entnehmen, dass es bis zum Frühjahr 1869 jedem Bürger frei überlassen war, bei Bränden zur Hilfe zu eilen. Der damalige Bürgermeister Bacciocco stellte 1869 fest, dass „jeder Bürger, welcher freiwillig zur Brandstätte eilte, in der Weise, wie es ihm gut dünkte oder tat dies auch nicht. Es fehlt der Feuerwehr an jeder Einübung und sachgerechten Leitung.“ Diese Mängel traten bei allen Bränden zutage und führten zu Klagen und Beschwerden aus der Bürgerschaft. Der Landrat schaltete sich ein und die Geschichte der Feuerwehr nahm ihren Lauf….

 

Wichtige Ereignisse im Überblick

  • 27.07.1969: Gründung einer Bürgerfeuerwehr und kurze Zeit später bildete sich parallel dazu auch eine Turnerfeuerwehr. Somit ist die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mettmann eine der frühen Feuerwehrgründungen in dieser Region. Der Eifer war jedoch nur von kurzer Dauer: Ende 1869 wurde amtlich vermerkt, die „Bürgerfeuerwehr hat außer der Wahl ihres Vorstands und der Beschaffung von Geräten auf Kosten der Bürgerschaft kein weiteres Lebenszeichen von sich gegeben.“ 
  • 1871: Mitte 1871 wurden dann beide freiwillige Feuerwehren zusammengelegt und in die „Freiwillige Feuerwehr“ umbenannt. Im Rahmen dieser Zusammenlegung wurden auch zwei Pferdewagen mit Handdruckspritzen angeschafft.
  • 1872: F.W. Zassenhaus stiftete der Wehr in Anerkennung für ihren Einsatz beim Brand seiner Häuser eine Fahne. Dieses besondere „Schmuckstück“ kann auch heute noch im Treppenraum der Feuer- und Rettungswache bestaunt werden. 
  • 1893: Die erste mechanische Leiter mit einer Steighöhe von 14 Metern wurde angeschafft 
  • Die nächste größere Errungenschaft war die Übernahme eines Fahrzeuges von der Werkfeuerwehr Wagner und Engel mit einer verbauten Pumpe, die bereits 1500 Liter pro Minute leisten konnte.
  • 1895: Bau des ersten Steigerturms
  • 1876:  Übernahme des Steigerhauses an der Bleichstraße (heute Jubiläumsplatz)
  • 1900: Erweiterung des Gerätehauses an der Düsseldorfer Straße, kurz darauf wurden die ersten Übungen an Wasserhydranten nach Errichtung der Wasserleitungen im Stadtgebiet durchgeführt.
  • 1904: 70 aktive Mitglieder, 7 fahrbare Saug- und Druckspritzen, 2 Gerätewagen, 1 mechanische Schiebeleiter, 10 Hakenleitern, einen Rettungsschlauch, 1 Rettungssack mit Seil und 770m Schläuche
  • 1920: Gründung der Löschgruppen Diepensiepen und Obschwarzbach, Bildung einer Feuerwehrkapelle
  • 1924: Umzug in das neue Gerätehaus an der Neanderstraße
  • 1926: Beginn der Motorisierung durch Indienststellung einer Magirusspritze mit 900l Minutenleistung
  • 1933: Übergabe des ersten Mannschaftswagens
  • 1938: Besetzung des Feuerwehr-Gerätedepots durch die erste hauptamtliche Kraft (gleichzeitig Bedienung der Krankenwagens)
  • 1945: Beschaffung von zwei Motorspritzen, eines Nachrichtenwagens mit Fernsprecheinrichtung und Kraftspritze, Errichtung eines Steigerturms am Gerätehaus
  • 1960: Bau der Feuerwehrhauses am Rathaus
  • 1962: Beschaffung Tanklöschfahrzeug und Kommandowagen
  • 1969: Beschaffung 30m-Drehleiter
  • 1975: Verstärkung der Mettmanner Wehr um die Löschgruppe Metzkausen
  • 1978: Bauliche Erweiterung der Feuerwache um Räume für Kranken- und Rettungswagen, Reparatur- und Waschhalle, Unterrichtsraum sowie weitere Funktions- und Büroräume für eine hauptamtliche Wache mit Dienst rund um die Uhr
  • 1980: Beschaffung eines Rüstwagens
  • 1983: Einführung eines flächendeckenden Notarztsystems im Kreis mit Stationierung eines Notarzteinsatzfahrzeug an der Feuerwache Mettmann
  • 1990: Gründung des „Vereins zur Förderung der freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr“
  • 1991: Aufnahme der ersten Feuerwehrfrau
  • 1992: Feuerwache Mettmann wird anerkannte Lehrrettungswache
  • 1992: Gründung einer Jugendfeuerwehr
  • 1995: Erweiterung und Umbau der Feuerwache

 

Dieser kurze geschichtliche Abriss zeigt, dass man sich in Mettmann bereits vor 150 Jahren die ersten Gedanken zum geregelten Brandschutz gemacht hat. Der Weg zu einer organisierten, strukturierten und leistungsfähigen Gefahrenabwehr war jedoch noch weit. Heute besteht die Mettmanner Wehr aus gut 150 Frauen und Männern, die es sich zur haupt- und ehrenamtlichen Aufgabe gemacht haben, in Not Geratenen zu helfen, Brände zu löschen und kameradschaftliche Traditionen zu pflegen. Unterstützt werden sie bei ihrer Aufgabenwahrnehmung durch einen modernen Fahrzeug- und Gerätepark.